Auf die Lücke schauen – Lösungsfokus konkret

Urlaub auf Kreta

Auf Lücken schauen und den Lösungsfokus konkret ins Visier nehmen, darum ging es zufällig in meinem Urlaube auf Kreta. Dort konnte ich mich bei einem Glas Wein mit Motorradfahrern zu ihren Urlaubserlebnissen austauschen.

Es ging viel um Schotterpisten, KW und Zylinderzahlen, aber auch um kritische Situationen, die sie erlebt hatten. Bei der Beschreibung, wie ich mich sinnvollerweise in einer kritischen Situation unter Zeitdruck verhalte, wurde es richtig spannend.

Urlaub Kreta - Gespräch über Lösungsfokus mit Motoradfahrern Beitragsbild

Unter Zeitdruck die Lücke in den Blick nehmen und den Lösungsfokus konkretisieren

Es ging um Verkehrssituationen, bei denen ich als Motorradfahrer gezwungen werde, unter einem hohen Zeitdruck eine Entscheidung zu treffen. Z.B., weil mich ein anderer Verkehrsteilnehmer ganz einfach übersehen hat und er jetzt ein Hindernis für meinen geplanten Weg darstellt. Oder ich war als Motorradfahrer einen kurzen Moment unaufmerksam, und ein Auto taucht wie aus dem Nichts vor mir auf. Was tun?

Der einhellige Tipp für eine solche Drucksituation: Nicht über die Gesamtsituation nachdenken, sondern wie mit einem inneren Radar die Situation abscannen, um die Lücke zu entdecken. Und dann den Blick konsequent auf diese Lücke ausrichten – die Steuerung des Motorrades Richtung dieser Lücke erfolgt bei einem entsprechenden Fokus dann praktisch automatisch.

Umfangreiche Problemanalyse kann das Entdecken des Lösungsraumes verzögern oder gar verhindern

Beim Motorradfahren ist es offensichtlich, dass die Zeit zur Problemanalyse beschränkt ist, da ich unter hohem Zeitdruck zur Handlung gezwungen bin. Bin ich zu langsam, dann wird es mit dem anderen Verkehrsteilnehmer zu einer Kollision kommen. Übertrage ich dieses „auf die Lücke schauen“ auf kritische Handlungssituationen im Betrieb, dann ist der hohe Zeit- und damit Handlungsdruck häufig nicht wahrnehmbar. Entsprechend ausführlich wird sich in dem entsprechenden Gremium oder Projektteam dann Zeit für die Problemanalyse genommen. Es wird klar, warum das Geplante nicht so wie geplant funktioniert hat. Der Problemlösung ist das Team damit noch nicht nähergekommen.

Wie wäre es, wenn wir die nächste kritische Handlungssituation in der Firma konsequent mit der Perspektive „Wo ist die Lücke“ bzw. „Wo sind die Lücken“ untersuchen würden? Vielleicht noch verbunden mit einer Effektabschätzung: Was könnten wir erreichen, wenn wir die Problemlösung in Richtung dieser Lücke anpacken würden? Welcher Mitteleinsatz müsste dafür zur Verfügung stehen?

Wenn dadurch ein, zwei oder gar drei Handlungsoptionen erarbeitet, reflektiert und priorisiert sind, können wir immer noch überlegen, ob uns eine exakte Analyse der Problemursache weiterbringen könnte. Vielleicht, um diese Gefahr in Zukunft zu minimieren – falls eine Chance besteht, dass wir wieder in eine solche Handlungssituation gelangen könnten. Vielleicht ist es aber auch besser, erst einmal abzuwarten wie die gewählte Handlungsoption wirkt. Eventuell ist dann die Wiederholungsgefahr damit eh nicht mehr gegeben.

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